Du bringst Ubuntu 22.04 LTS (Jammy Jellyfish) auf Ubuntu 24.04 LTS (Noble Numbat), indem du zuerst alle Updates für 22.04 einspielst und dann do-release-upgrade ausführst. Das Tool stellt die Paketquellen selbst um, installiert die neuen Pakete und fragt am Ende nach dem Neustart. Lege vorher einen Snapshot oder ein Backup an.

Der Standard-Support für Ubuntu 22.04 endet im Mai 2027. Danach gibt es Sicherheitsupdates nur noch mit einem Ubuntu-Pro-Abo. Willst du später auf 26.04, führt der Weg ohnehin über 24.04.

Bevor du anfängst

  • Sicherung anlegen: Erstelle im Cloud Manager einen Snapshot (schnell zurückzuspielen, wird nach 48 Stunden automatisch gelöscht) oder über „Backup erstellen“ ein Backup. Siehe Snapshot erstellen und zurückspielen.
  • Version prüfen: lsb_release -a muss 22.04 zeigen. Von 20.04 gehst du zuerst auf 22.04, Versionen überspringen geht nicht.
  • Notfallzugang kennen: Ist der Server nach dem Neustart nicht per SSH erreichbar, kommst du über VNC im Cloud Manager auf die Konsole. Nach dem Aktivieren von VNC ist einmal Stop und Start nötig.
  • Platz prüfen: df -h sollte auf / mindestens 4 bis 5 GB frei zeigen. Platz schaffst du mit apt autoremove und apt clean.
  • Neu installieren statt upgraden? Läuft auf dem Server wenig, ist eine Neuinstallation mit Ubuntu 24.04 oft schneller. Dabei werden aber alle Daten auf der Platte gelöscht, siehe Wie kann ich meinen Server neu installieren?

Schritt 1: Ubuntu 22.04 vollständig aktualisieren

apt update
apt full-upgrade
systemctl reboot

Der Neustart ist wichtig, wenn ein neuer Kernel dabei war. do-release-upgrade verweigert den Start, solange noch ein Neustart aussteht.

Schritt 2: Upgrade-Tool vorbereiten

apt install update-manager-core
grep Prompt /etc/update-manager/release-upgrades

Dort muss Prompt=lts stehen. Steht dort never oder normal, ändere es mit sed -i 's/^Prompt=.*/Prompt=lts/' /etc/update-manager/release-upgrades.

Schritt 3: Upgrade starten

do-release-upgrade

Das Tool führt dich durch mehrere Fragen:

  • „Continue running under SSH?“: Mit y bestätigen. Das Tool startet dann einen zweiten SSH-Dienst auf Port 1022. Reißt deine Verbindung ab, meldest du dich dort an. Auf unseren Linux-Servern sind alle Ports offen. Hast du selbst eine Firewall wie ufw aktiv, gib den Port vorher frei: ufw allow 1022/tcp.
  • Fremde Quellen: PPAs und andere Repositorys schaltet das Tool während des Upgrades ab. Nach dem Upgrade aktivierst du sie wieder, wenn der Anbieter 24.04 unterstützt.
  • Konfigurationsdateien: Hast du eine Datei bewusst angepasst (zum Beispiel /etc/ssh/sshd_config mit eigenem Port), behalte deine Version. Sonst nimmst du die Version des Paketbetreuers.
  • Veraltete Pakete entfernen: Am Ende fragt das Tool, ob nicht mehr benötigte Pakete weg dürfen. Lies die Liste kurz durch und bestätige dann.
  • Neustart: Zum Schluss mit y neu starten.

Bricht die SSH-Verbindung mitten im Upgrade ab, läuft das Upgrade in einer screen-Sitzung weiter. Melde dich neu an und hol sie mit screen -r zurück.

Schritt 4: Neustart und Kontrolle

lsb_release -a
uname -r
systemctl --failed
systemctl status qemu-guest-agent

Du solltest Ubuntu 24.04 und einen Kernel der Reihe 6.8 sehen. Läuft der Guest Agent nicht, zeigt der Cloud Manager nur das minimale Panel. Starte ihn mit systemctl enable --now qemu-guest-agent. Hast du Port 1022 in ufw freigegeben, schließe ihn wieder mit ufw delete allow 1022/tcp.

Möchtest du weiter auf die aktuelle LTS, geht es mit Ubuntu 24.04 auf 26.04 upgraden weiter.

Häufige Stolpersteine

  • SSH lauscht nach dem Upgrade wieder auf Port 22: Ubuntu 24.04 startet SSH über ssh.socket. Einen eigenen Port aus sshd_config übernimmt das System erst nach systemctl daemon-reload und systemctl restart ssh.socket. Mehr zum Port in SSH-Port ändern.
  • „No new release found“: Prüfe Prompt=lts aus Schritt 2 und ob alle Updates für 22.04 installiert sind.
  • Paketquellen sehen anders aus: Ubuntu 24.04 nutzt das neue Format in /etc/apt/sources.list.d/ubuntu.sources. Die alte /etc/apt/sources.list enthält danach nur noch einen Hinweis. Das ist so gewollt.
  • pip meldet „externally-managed-environment“: Ubuntu 24.04 verbietet pip install in das System-Python. Nutze Pakete aus apt (apt install python3-<name>) oder eine virtuelle Umgebung mit python3 -m venv.
  • Webseite zeigt PHP-Fehler: Ubuntu 24.04 bringt PHP 8.3 statt 8.1 mit. Eigene Einstellungen aus /etc/php/8.1/ musst du nach /etc/php/8.3/ übernehmen.
  • Server bootet nicht mehr: Spiele den Snapshot oder das Backup zurück, siehe Backup wieder einspielen. Zum Reparieren hilft auch das Rescue-System.

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