Du bringst Ubuntu 24.04 LTS (Noble Numbat) auf Ubuntu 26.04 LTS (Resolute Raccoon), indem du zuerst alle Updates für 24.04 einspielst und dann do-release-upgrade ausführst. Das Tool stellt die Paketquellen selbst um, installiert die neuen Pakete und fragt am Ende nach dem Neustart. Seit dem 29. September 2026 ist dieser Weg offiziell freigegeben, die Option -d brauchst du nicht mehr. Lege vorher einen Snapshot oder ein Backup an.

Ubuntu 26.04 bekommt Standard-Support bis 2031. Ubuntu 24.04 ist noch bis Mai 2029 versorgt, du musst also nicht hetzen. Plane das Upgrade aber in einem ruhigen Moment ein, der Server ist dabei 15 bis 30 Minuten eingeschränkt.

Bevor du anfängst

  • Sicherung anlegen: Erstelle im Cloud Manager einen Snapshot (schnell zurückzuspielen, wird nach 48 Stunden automatisch gelöscht) oder über „Backup erstellen“ ein Backup. Siehe Snapshot erstellen und zurückspielen.
  • Version prüfen: lsb_release -a muss 24.04 zeigen. Von 22.04 geht es nicht direkt auf 26.04, dafür gehst du zuerst den Schritt Ubuntu 22.04 auf 24.04 upgraden.
  • Notfallzugang kennen: Ist der Server nach dem Neustart nicht per SSH erreichbar, kommst du über VNC im Cloud Manager auf die Konsole. Nach dem Aktivieren von VNC ist einmal Stop und Start nötig.
  • Platz prüfen: df -h sollte auf / mindestens 4 bis 5 GB frei zeigen. Platz schaffst du mit apt autoremove und apt clean.

Schritt 1: Ubuntu 24.04 vollständig aktualisieren

apt update
apt full-upgrade
systemctl reboot

Der Neustart ist wichtig, wenn ein neuer Kernel dabei war. do-release-upgrade verweigert den Start, solange noch ein Neustart aussteht.

Schritt 2: Upgrade-Tool vorbereiten

Prüfe, ob das Tool installiert ist und auf LTS-Versionen eingestellt ist:

apt install update-manager-core
grep Prompt /etc/update-manager/release-upgrades

Dort muss Prompt=lts stehen. Steht dort never oder normal, ändere es mit sed -i 's/^Prompt=.*/Prompt=lts/' /etc/update-manager/release-upgrades.

Schritt 3: Upgrade starten

do-release-upgrade

Das Tool führt dich durch mehrere Fragen:

  • „Continue running under SSH?“: Mit y bestätigen. Das Tool startet dann einen zweiten SSH-Dienst auf Port 1022. Reißt deine Verbindung ab, meldest du dich dort an. Auf unseren Linux-Servern sind alle Ports offen. Hast du selbst eine Firewall wie ufw aktiv, gib den Port vorher frei: ufw allow 1022/tcp.
  • Fremde Quellen: PPAs und andere Repositorys schaltet das Tool während des Upgrades ab. Nach dem Upgrade aktivierst du sie wieder, wenn der Anbieter 26.04 unterstützt.
  • Konfigurationsdateien: Hast du eine Datei bewusst angepasst (zum Beispiel /etc/ssh/sshd_config mit eigenem Port), behalte deine Version. Sonst nimmst du die Version des Paketbetreuers.
  • Veraltete Pakete entfernen: Am Ende fragt das Tool, ob nicht mehr benötigte Pakete weg dürfen. Lies die Liste kurz durch und bestätige dann.
  • Neustart: Zum Schluss mit y neu starten.

Bricht die SSH-Verbindung mitten im Upgrade ab, läuft das Upgrade in einer screen-Sitzung weiter. Melde dich neu an und hol sie mit screen -r zurück.

Schritt 4: Neustart und Kontrolle

lsb_release -a
uname -r
systemctl --failed
systemctl status qemu-guest-agent

Du solltest Ubuntu 26.04.1 LTS und einen Kernel der Reihe 7.0 sehen. Läuft der Guest Agent nicht, zeigt der Cloud Manager nur das minimale Panel. Starte ihn mit systemctl enable --now qemu-guest-agent. Hast du Port 1022 in ufw freigegeben, schließe ihn wieder mit ufw delete allow 1022/tcp.

Häufige Stolpersteine

  • „No new release found“: Prüfe Prompt=lts aus Schritt 2 und ob alle Updates für 24.04 installiert sind. Anleitungen aus dem Frühjahr 2026 empfehlen noch do-release-upgrade -d. Das ist seit der Freigabe nicht mehr nötig.
  • „Please install all available updates“: Es fehlen noch Updates oder ein Neustart. Wiederhole Schritt 1.
  • sudo verhält sich anders: Ubuntu 26.04 nutzt standardmäßig sudo-rs, eine Neuentwicklung in Rust. Normale sudoers-Regeln funktionieren weiter, einzelne Sonderoptionen nicht. Brauchst du das klassische sudo, installierst du es mit apt install sudo.
  • PostgreSQL läuft noch mit der alten Version: Beim Upgrade bleibt der alte Cluster erhalten. pg_lsclusters zeigt beide Versionen, mit pg_upgradecluster ziehst du die Daten um.
  • Fremde Repositorys fehlen: Abgeschaltete Quellen findest du unter /etc/apt/sources.list.d/. Aktiviere sie erst wieder, wenn der Anbieter Pakete für resolute anbietet, sonst meldet apt update Fehler.
  • Server bootet nicht mehr: Spiele den Snapshot oder das Backup zurück, siehe Backup wieder einspielen. Zum Reparieren hilft auch das Rescue-System.

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