1 Gbit/s sind 125 MB/s, nicht 1 GB/s. Netzwerkgeschwindigkeiten werden in Bit pro Sekunde angegeben, Dateigrößen und Downloadanzeigen in Byte. Ein Byte hat 8 Bit. Wer Bandbreite in MB/s wissen will, teilt also durch 8.

Im Hosting stolperst du ständig über diese Einheiten: Portgeschwindigkeit in Gbit/s, Traffic in TB, Arbeitsspeicher in GB, und Linux zeigt dir plötzlich „Gi“ an. Dieser Artikel sortiert das einmal sauber.

Bit und Byte: kleines b, großes B

  • Bit (b) ist die kleinste Informationseinheit: 0 oder 1. Übertragungsraten wie 1 Gbit/s, 1 Gb/s oder 1 Gbps meinen alle dasselbe.
  • Byte (B) sind 8 Bit. Dateigrößen, Festplatten, RAM und die meisten Downloadanzeigen rechnen in Byte: GB, GByte, MB/s.

Merkhilfe: Steht ein kleines b oder „bit“ in der Einheit, ist es eine Leitungsangabe. Großes B heißt Datenmenge.

Umrechnungstabelle für Bandbreite

LeitungMB/s (dezimal)MiB/s (binär)Wo begegnet dir das?
100 Mbit/s12,5 MB/s11,92 MiB/sgedrosselter 1-Gbit-Port (10 %)
600 Mbit/s75 MB/s71,53 MiB/stypischer Speedtest zu einem entfernten Ziel
1 Gbit/s125 MB/s119,21 MiB/sSmart Value und Smart Essential
2 Gbit/s250 MB/s238,42 MiB/sKVM Root 3.5 (bis zu)
10 Gbit/s1.250 MB/s1.192,09 MiB/sUplinks im Rechenzentrum
Bandbreite in Gbit/s und Mbit/s umgerechnet in MB/s und MiB/s

Die Formel ist immer gleich:

MB/s = Mbit/s ÷ 8
Mbit/s = MB/s × 8
MiB/s = MB/s × 1.000.000 ÷ 1.048.576

Welche Portgeschwindigkeit dein Tarif hat, steht im Artikel Ich habe nicht die richtige Bandbreite, warum?

Giga oder Gibi? Dezimal gegen binär

Neben Bit und Byte gibt es eine zweite Falle: Die Vorsilbe „Giga“ bedeutet streng genommen 1.000.000.000 (109). Computer rechnen intern aber in Zweierpotenzen, und lange hat man „Giga“ auch für 1.073.741.824 (230) benutzt. Um das auseinanderzuhalten, hat die IEC 1998 eigene Binärpräfixe festgelegt, heute Teil der Norm ISO/IEC 80000-13.

Dezimal (SI)WertBinär (IEC)WertUnterschied
Kilo (k)1.000Kibi (Ki)1.0242,4 %
Mega (M)1.000.000Mebi (Mi)1.048.5764,9 %
Giga (G)1.000.000.000Gibi (Gi)1.073.741.8247,4 %
Tera (T)1012Tebi (Ti)24010,0 %
Dezimale SI-Präfixe im Vergleich zu binären IEC-Präfixen

Die binären Präfixe funktionieren mit Bit und Byte gleichermaßen:

  • Gibibit (Gibit): 1.073.741.824 Bit. Gigabit (Gbit): 1.000.000.000 Bit.
  • Mebibit (Mibit): 1.048.576 Bit. Megabit (Mbit): 1.000.000 Bit.
  • Gibibyte (GiB): 1.073.741.824 Byte. Gigabyte (GB): 1.000.000.000 Byte.

Netzwerkgeschwindigkeiten sind immer dezimal. Ein 1-Gbit-Port überträgt 1.000.000.000 Bit pro Sekunde. In binären Einheiten ausgedrückt sind das nur rund 953,67 Mibit/s oder 0,93 Gibit/s. Zeigt ein Tool also „0,93 Gibit/s“ an, läuft dein Port mit voller Geschwindigkeit.

Wo dir das auf dem Server begegnet

Viele Linux-Werkzeuge rechnen binär, kürzen aber unterschiedlich ab. Ein paar Beispiele:

# Arbeitsspeicher, Angaben in Gi und Mi (binär)
free -h

# Festplattenbelegung binär (1024er-Schritte, angezeigt als G)
df -h

# Festplattenbelegung dezimal (1000er-Schritte)
df -H

# Dateigrößen binär
ls -lh

Achtung bei df -h und ls -lh: Dort steht „G“, gemeint ist aber GiB. Mit df -H siehst du dieselbe Platte in dezimalen GB, und die Zahl wird größer.

Windows macht es ähnlich: Der Explorer schreibt „GB“, rechnet aber mit 1024er-Schritten. Darum zeigt Windows eine 1-TB-SSD als rund 931 GB an. Es fehlt nichts, es ist nur eine andere Einheit.

Auch beim RAM sorgen die Einheiten für Verwirrung. Warum htop andere Werte zeigt als das Webinterface, erklärt Warum ist der RAM-Verbrauch in htop anders als im VCP?

Bandbreite und Traffic sind nicht dasselbe

Die Bandbreite (Gbit/s) sagt, wie schnell Daten fließen können. Der Traffic (TB pro Monat) sagt, wie viele Daten insgesamt fließen dürfen. Beides hängt direkt zusammen:

Inklusivvolumenbei 1 Gbit/s Dauerlastbei 2 Gbit/s Dauerlast
2,5 TBca. 5,6 Stundenca. 2,8 Stunden
5 TBca. 11,1 Stundenca. 5,6 Stunden
10 TBca. 22,2 Stundenca. 11,1 Stunden
Wie lange ein Traffic-Kontingent bei voller Portauslastung reicht

Rechenweg für 2,5 TB bei 1 Gbit/s: 2.500.000 MB ÷ 125 MB/s = 20.000 Sekunden, also rund 5,6 Stunden. In der Praxis läuft kaum ein Server dauerhaft unter Volllast, aber die Rechnung zeigt, warum ein Inklusivvolumen nötig ist. Ist es verbraucht, wird die Bandbreite auf 10 % gedrosselt. Aus 1 Gbit/s werden dann 100 Mbit/s, also 12,5 MB/s.

Wie viel Traffic dein Produkt enthält, wie gezählt wird und wie du nachbuchst, steht in Traffic & Fair Use: Regeln, Limits und Nachbuchung. Für Dedicated Server gilt Wie viel Traffic habe ich beim Dedicated Server zur Verfügung?

Unser Traffic-Zähler rechnet dezimal in TB: 1 TB sind 1.000.000.000.000 Byte. Zeigt dein eigenes Monitoring (zum Beispiel vnStat) den Verbrauch in TiB an, wirkt die Zahl kleiner. 2,5 TB sind rund 2,27 TiB, 10 TB sind rund 9,09 TiB. Du hast dann nicht weniger verbraucht, dein Tool rechnet nur in einer anderen Einheit.

Warum der Speedtest nie genau 125 MB/s zeigt

Nicht jedes übertragene Bit ist Nutzlast. Ethernet, IP und TCP brauchen Header für jedes Paket. Bei einem 1-Gbit-Port bleiben für die eigentlichen Daten realistisch rund 940 Mbit/s übrig, also etwa 117 MB/s. Dazu kommen Faktoren außerhalb deines Servers:

  • Die Gegenstelle ist langsamer als dein Server, zum Beispiel ein Heimanschluss mit 100 Mbit/s Upload.
  • Der Testserver steht weit weg oder ist selbst ausgelastet.
  • Ein einzelner Download nutzt nur eine TCP-Verbindung. Mehrere parallele Verbindungen erreichen oft mehr.

Ob dein eigener Internetanschluss das liefert, was im Vertrag steht, prüfst du am verlässlichsten mit der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur. Dort wird übrigens ebenfalls in Mbit/s gemessen.

Häufige Stolpersteine

  • „Mein Download schafft nur 110 MB/s, ich habe doch 1 Gbit!“ Das ist fast Vollauslastung. 1 Gbit/s sind maximal 125 MB/s, abzüglich Protokoll-Overhead.
  • „Mir fehlt Speicherplatz.“ Prüfe, ob dein Tool in GiB rechnet. Zwischen GB und GiB liegen 7,4 %, zwischen TB und TiB schon 10 %.
  • „Mb“ und „MB“ verwechselt. In Foren und Werbung wird die Groß- und Kleinschreibung oft ignoriert. Im Zweifel nachfragen, ob Bit oder Byte gemeint ist.
  • Speedtest über WLAN. Für aussagekräftige Messungen am eigenen Anschluss immer per Kabel testen.

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