Kurz gesagt: Wir halten unsere Infrastruktur sicher. Die Software auf deinem Server hältst du selbst aktuell. Wir schicken dir keine Rundmail zu jeder neuen Sicherheitslücke, deshalb zeigen wir dir hier, wo du dich selbst zuverlässig informierst und woher du Updates bekommst.
Wer ist wofür zuständig?
| Bereich | Wir | Du |
|---|---|---|
| Rechenzentrum, Netzwerk, DDoS-Schutz | ja | nein |
| Hostsysteme (Virtualisierung, Hardware) | ja | nein |
| Vionity, API, unsere eigenen Dienste | ja | nein |
| Betriebssystem im Server inklusive Kernel | nein | ja |
| Webserver, PHP, Node.js, Datenbanken | nein | ja |
| Anwendungen und Pakete (WordPress, Laravel, Docker-Images …) | nein | ja |
| Zugangsdaten, SSH-Keys, Firewall | nein | ja |
| Eigene Backups deiner Daten | nein | ja |
Das steht auch in unseren AGB: Wenn du einen Server mit vollen Administrationsrechten buchst, trägst du die Verantwortung für dessen Sicherheit und Verwaltung. Dazu gehört, Sicherheitsupdates regelmäßig einzuspielen und bekannte Schwachstellen umgehend zu schließen (Artikel 5, Absatz 2). Ist ein Server kompromittiert, ist laut Artikel 5, Absatz 7 eine Neuinstallation nötig. Das willst du vermeiden, und mit gepflegten Updates ist es meistens vermeidbar.
Warum es keine Rundmail pro Sicherheitslücke gibt
- Die Menge: Nach Angaben von vuln.today erscheinen über 200 neue CVE-Einträge pro Tag. Würden wir jede relevante Meldung an alle Kunden schicken, gäbe es mehrere Mails pro Woche. Die wirklich wichtigen gingen darin unter.
- Wir sehen nicht, was auf deinem Server läuft: Bei dir läuft vielleicht nur nginx und PHP, beim nächsten Kunden Node.js, Docker oder Mailcow. Eine Mail an alle wäre für die meisten irrelevant.
- Wir sind ein kleines Team: Wir investieren unsere Zeit in das, was nur wir können: unsere Infrastruktur patchen, Störungen beheben und deine Tickets beantworten.
Das heißt nicht, dass uns die Lage egal ist. Wir beobachten sie jeden Tag und spielen Fixes für unsere eigenen Systeme nach Priorität ein. Betrifft eine Lücke unsere Systeme oder Dienste, veröffentlichen wir dazu eine eigene Meldung auf der Statusseite. Dort stehen auch Wartungen und Störungen. Bei Lagen, die viele Kunden betreffen, verlinken wir dort Einordnung und Fixes.
Beispiele aus Oktober 2026
So sieht eine Häufung kritischer Lücken in der Praxis aus. Stand der Angaben: 30.10.2026.
- PHP2Shell (CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619): Remote Code Execution in PHP selbst. Fixes gibt es in PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35. Ältere Zweige bekommen von php.net keine regulären Releases, hier brauchst du die Backports deiner Distribution oder ein Upgrade. Eine Einordnung findest du auf php2shell.de.
- Brotli (CVE-2026-111497): Speicherfehler im Brotli-Decoder, der in Node.js, Python-Paketen (Brotli, brotlicffi), .NET und anderen Programmen steckt. Die US-Behörde CISA führt die Lücke als aktiv ausgenutzt. Fixes: Node.js 22.23.4, 24.22.1 und 26.12.1, Python Brotli 1.2.1 und brotlicffi 1.2.1.0.
- Linux-Kernel (CVE-2026-98432, CVSS 9.8): Use-after-free im IPv4-TCP-Stack. Der Fix steckt seit Mitte Oktober in den Upstream-Kerneln. Ubuntu hatte Stand 30.10.2026 noch keinen gepatchten Kernel veröffentlicht, andere Distributionen liefern teils schon Updates. Eine Ausnutzung in freier Wildbahn ist bisher nicht bestätigt.
- UEFI/PXE (CVE-2026-97631): betrifft nur Dedicated Server und nur während eines PXE-Boots. Laufende Server sind nicht betroffen. Hinweise zu Neustarts stehen in der Status-Meldung.
Node.js im Detail: Node.js ist auf Servern weit verbreitet, oft als Hintergrunddienst, Build-Werkzeug oder im Docker-Image. Prüfe mit node -v, welche Version läuft, und aktualisiere auf mindestens 22.23.4, 24.22.1 oder 26.12.1. Wer noch Node.js 20.x oder eine andere ausgelaufene Version einsetzt, bekommt keinen Fix und muss auf eine unterstützte Version wechseln. Je nach Installationsweg (Distributionspaket, nvm, Docker-Image) läuft das Update anders. Docker-Images musst du neu bauen, ein apt upgrade auf dem Host ändert sie nicht. Starte Dienste nach dem Update neu, zum Beispiel pm2 oder systemd.
So bleibst du informiert
Fünf Minuten Einrichtung reichen für einen soliden Grundschutz.
1. Automatische Sicherheitsupdates aktivieren (Debian und Ubuntu)
apt update
apt install unattended-upgrades
dpkg-reconfigure -plow unattended-upgrades Das spielt Sicherheitsupdates der Distribution automatisch ein. Kernel-Updates greifen erst nach einem Neustart. Auf Ubuntu zeigt die Datei /var/run/reboot-required, dass einer nötig ist. Mehr dazu findest du in Mein Linux Server hat Updates! Was jetzt?.
2. Die Sicherheitsmeldungen deiner Distribution abonnieren
Dort erscheint der Fix für Pakete wie Kernel, OpenSSH, nginx oder PHP aus den Distributions-Repositories. Die Links stehen in der Tabelle weiter unten.
3. Allgemeine Feeds für kritische Lücken
- cve.now: freier Feed für CVE-, GHSA- und OSV-Abfragen, auch mit Abfrage exakter Paketversionen
- CISA Known Exploited Vulnerabilities: Lücken, die nachweislich ausgenutzt werden, mit Abo für Updates. Hier solltest du am schnellsten reagieren.
- BSI Warn- und Informationsdienst (CERT-Bund): deutschsprachige Kurzinformationen, per E-Mail abonnierbar
- OSV und die GitHub Advisory Database: Lücken nach Paket und Version, praktisch für Python, Node.js und PHP-Pakete
- vuln.today: Watchlist nach Hersteller oder Produkt
4. Abhängigkeiten deiner Projekte prüfen
Viele Lücken stecken nicht im Betriebssystem, sondern in Paketen deiner Anwendung. Diese Befehle prüfen gegen bekannte Advisories:
pip-audit # Python
npm audit # Node.js
composer audit # PHP 5. Vor größeren Updates absichern
Lege vor dem Update einen Snapshot im Cloud Manager an (2 pro Server, automatisch gelöscht nach 48 Stunden) und kümmere dich um eigene Backups. Laut AGB Artikel 6, Absatz 4 sind regelmäßige Backups auf eigenen, externen Speichermedien deine Aufgabe.
Quellen für die gängigsten Programme
Die Tabelle zeigt, wo die Hersteller Sicherheitsmeldungen veröffentlichen und woher du Updates bekommst. Meist reicht das Paketsystem deiner Distribution. Die Herstellerseiten beantworten die Frage, ob dich eine Lücke betrifft und welche Version du brauchst.
| Programm | Sicherheitsmeldungen | Updates |
|---|---|---|
| Ubuntu | Security Notices, CVE-Tracker | apt update && apt upgrade |
| Debian | Security Tracker, Debian Security | apt update && apt upgrade |
| Linux-Kernel | über den Tracker deiner Distribution | Kernel-Paket installieren, danach neu starten |
| PHP | php.net News und Security, GitHub Security Advisories php-src | Paketquelle deiner Distribution oder php.net/downloads |
| Node.js | Vulnerability-Blog, Mailingliste nodejs-sec | nodejs.org/en/download, auf unterstützte Versionen achten |
| Python-Pakete | osv.dev, pip-audit | pip install -U <paket> |
| nginx | nginx.org Security Advisories | Distribution oder nginx.org-Pakete |
| Apache httpd | Vulnerabilities 2.4 | Distribution |
| MariaDB | Fixed CVEs | Distribution oder MariaDB-Repository |
| MySQL | Oracle Critical Patch Updates | Distribution oder MySQL-Repository |
| PostgreSQL | Security Information, Liste pgsql-announce | immer das neueste Minor-Release einspielen |
| WordPress | WordPress News, Kategorie Security | Dashboard, Aktualisierungen; Plugins und Themes nicht vergessen |
| Nextcloud | nextcloud/security-advisories | integrierter Updater oder Paketquelle |
| Laravel und Composer-Pakete | Packagist Advisories zu laravel/framework, composer audit | composer update |
| Docker | Docker Security Announcements | Paketquelle von Docker, Images regelmäßig neu bauen |
| OpenSSH | openssh.com/security.html | Distribution |
| Windows Server | Microsoft Security Update Guide | Windows Update |
Die Liste ist ein Startpunkt und nicht vollständig. Setze für alles, was du betreibst, mindestens eine Quelle auf deine Beobachtungsliste.
Häufige Stolpersteine
- Kernel-Update eingespielt, aber nicht neu gestartet: Der alte Kernel läuft weiter, bis du den Server neu startest. Prüfe mit
uname -rdie laufende Version. - Docker-Images nicht neu gebaut: Updates auf dem Host ändern nichts an Software, die im Image steckt.
- Ausgelaufene Versionen: Für Zweige wie Node.js 20.x oder PHP 8.1 gibt es keine regulären Fixes mehr. Hier hilft nur ein Upgrade oder ein Backport deiner Distribution.
- Abhängigkeiten vergessen: Auch wenn das System aktuell ist, können Pakete deiner Anwendung veraltet sein.
pip-audit,npm auditundcomposer auditzeigen das.
Weitere Anleitungen
- Linux Server absichern: Schritt-für-Schritt Anleitung
- Debian 11 auf 12 upgraden
- Debian 12 auf 13 upgraden
- Ubuntu 22.04 auf 24.04 upgraden
- Ubuntu 24.04 auf 26.04 upgraden
Schreib uns ein Ticket, wenn du nicht weißt, ob du betroffen bist oder wie du ein Update einspielst. Die Verwaltung deines Servers übernehmen wir nicht, das bleibt dein Part. Fragen kannst du auch in unserer Discord-Community stellen.